
Unsicherheit in Bethlehem
Die Lage in Bethlehem bleibt Mitte März 2026 höchst angespannt: Schulen sind weiterhin geschlossen, Bewegungen stark eingeschränkt, und die Gewalt nimmt zu. Familien kämpfen mit einem Alltag voller Unsicherheit, während zentrale Projekte wie der Bau der neuen Tageschirurgie des Caritas Baby Hospitals sich verzögern.
Seit Beginn der jüngsten Eskalation im Westjordanland kommt es vermehrt zu nächtlichen Hausdurchsuchungen, Strassensperren und abrupten Schliessungen zentraler Verkehrswege. Für viele Familien ist der Alltag unvorhersehbar: lange Wartezeiten an Checkpoints und plötzliche militärische Einsätze beeinträchtigen Fahrten über Land. Reisen, die normalerweise 40 Minuten dauern, können sich auf mehrere Stunden verlängern.
Zahlreiche Eltern bleiben mit ihren Kindern vorsorglich zuhause. Auch sind die Schulen in Bethlehem mindestens bis zum 23. März 2026 geschlossen. Der Besuch im Kinderspital wird dadurch für viele Familien zu einer schwer zu bewältigenden Herausforderung. Manche verzichten selbst bei medizinischer Notwendigkeit auf die Fahrt und gehen damit ein späteres Risiko für die Gesundheit ihrer Kinder ein.
Hausdurchsuchungen und Gewalt
Zeitungsberichten zufolge zeigt sich ein deutlicher Anstieg von nächtlichen Hausdurchsuchungen durch die israelische Armee im Westjordanland. Militärische Einsätze können jederzeit stattfinden und sind für viele Kinder inzwischen traurige Normalität.
Gleichzeitig mehren sich Übergriffe israelischer Siedler. In den vergangenen Wochen wurden zahlreiche gewaltsame Vorfälle gemeldet: von Angriffen auf Häuser und Geschäfte bis hin zu tödlichen Schusswaffenattacken. Laut den Vereinten Nationen wurden bis Mitte März 2026 bereits acht Palästinenser durch Siedlergewalt getötet. Die ständige Sorge vor Gewalt und Rechtlosigkeit verstärkt das Gefühl der Unsicherheit erheblich.
Auswirkungen auf das Caritas Baby Hospital
Die verschärfte Sicherheitslage trifft auch wichtige Bauprojekte wie die neue Tageschirurgie im Caritas Baby Hospital. Mehrere Bauarbeiter aus dem Raum Hebron können die Baustelle nicht erreichen. Lieferungen von Baumaterialien und medizinischen Geräten verzögern sich. Wie stark sich diese Faktoren auf den Baufortschritt auswirken, ist derzeit noch unklar. Ursprünglich war die erste Operation auf den Frühsommer 2026 terminiert.
Die Kinderhilfe Bethlehem beobachtet die Lage mit grosser Sorge. Zum Beginn des Festes des Fastenbrechens, das für Muslime Ende diese Woche beginnt, erreicht die aktuelle Lage in Palästina einen neuen Tiefpunkt. Es ist den Muslimen zu diesem heiligen Fest aufgrund der vollständigen Sperrung zudem nicht möglich die al-Aqsa-Moschee in Jerusalem zu besuchen.
In dieser schwierigen Zeit setzen wir alles daran, kontinuierlich lebenswichtige Hilfe zu leisten und zentrale Projekte wie die neue Tageschirurgie voranzubringen.









