Gestiegene Nachfrage nach Kindermedizin

Gestiegene Nachfrage nach Kindermedizin


Blickpunkt Bethlehem, Nr. 78 - Wissen

Bauleitung und Pflegepersonal freuen sich auf die Eröffnung der Tageschirurgie in diesem Jahr.
Foto: © Elias Halabi

Das Jahr 2025 war für viele Familien in Palästina von Unsicherheit geprägt. Umso entscheidender war in dieser Situation eine verlässliche medizinische Versorgung für Kinder. Das Kinderspital Bethlehem konnte dieser Verantwortung gerecht werden.

Im vergangenen Jahr wurden 40'430 Kinder medizinisch behandelt, ein Anstieg von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders häufig suchten Familien Hilfe wegen Atemwegserkrankungen. Doch auch komplexere Krankheitsbilder nahmen zu und zeigten sich in einem Anstieg fachärztlicher Sprechstunden um 18 Prozent auf 9'238 Behandlungen. Für viele Eltern war das Kinderspital Bethlehem der einzige Ort, an dem ihre Kinder Zugang zu spezialisierter pädiatrischer Versorgung in Bereichen wie Pulmologie, Neurologie oder Urologie erhielten.

Im Jahr 2025 besuchten viele sehr junge Patientinnen und Patienten das Spital: 41 Prozent der behandelten Kinder waren Säuglinge unter einem Jahr. Viele der sie begleitenden Mütter haben während des Spitalaufenthaltes in der Mütterabteilung übernachtet. Die Abteilung zählte im vergangenen Jahr 10'673 Übernachtungen. Erweitert wurde die medizinische Betreuung durch den Sozialdienst, der bedürftige Familien durch Kostenübernahmen und Beratungen unterstützte. Medizinische Hilfe und soziale Unterstützung gingen hier Hand in Hand.

Qualitätssicherung im Kinderspital

Gleichzeitig wurde 2025 intensiv an der Weiterentwicklung der medizinischen Qualität gearbeitet. In den vergangenen Jahren hat das Spital mittels 16 strategischer Initiativen seine Abläufe systematisch überprüft und diese von der Aufnahme bis zur Entlassung der Kinder optimiert. Wartezeiten wurden analysiert, Rückmeldungen der Eltern gezielt ausgewertet und in konkrete Verbesserungen umgesetzt. Die Zufriedenheitswerte waren mit 95,5 Prozent bei ambulanten Behandlungen und 88,5 Prozent bei stationären Behandlungen sehr erfreulich.

Beitrag zur Facharztausbildung

Von strategischer Bedeutung war auch die Anerkennung des Caritas Baby Hospital als Lehrkrankenhaus für die vollständige pädiatrische Facharztausbildung in Palästina. Damit übernimmt das Spital nun Verantwortung über die eigene Institution hinaus und investiert gezielt in die Zukunft der Kinderheilkunde in Palästina.

Diese insgesamt sehr positiven Ergebnisse zeigen, wie Spenden und Beiträge an die Kinderhilfe Bethlehem ihre Wirkung entfalten. Sie waren und sind die Grundlage für die pädiatrische Versorgung im Kinderspital Bethlehem. Dafür danken wir allen Gönnerinnen und Gönnern herzlich.

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