CEO Issa Bandak - Caritas Baby Hospital

Immer in Bewegung bleiben


Seit fünf Jahren ist Issa Bandak Direktor des Caritas Baby Hospitals.

Blickpunkt Bethlehem, Ausgabe 38, September 2016

„Für Stillstand bin ich nicht gemacht.“ Dieser Satz passt auf viele Lebensbereiche von Issa Bandak, Direktor im Caritas Baby Hospital. Physisch und mental ist er immer in Bewegung. Sein Lebenslauf ist gezeichnet von einer kreativen Unruhe, angespornt von Visionen, „Passion“, wie er es nennt. Wichtige Entscheidungen trifft der 43-Jährige oft im Auto; er pendelt täglich zwischen seinem Wohnort Ramallah und Bethlehem. „Eine Fahrt dauert mindestens eine Stunde, manchmal auch zwei, wenn es Strassensperren oder Probleme am Checkpoint gibt. Trotz der Strapazen kann ich da gut nachdenken.“ 

Als 17-Jähriger schickten ihn seine Eltern von Bethlehem auf eine kleine amerikanische Universität in Ohio. „In Palästina tobte die erste Intifada und sie hatten wohl Angst, dass ich da reinrutsche.“ Er studierte Betriebswirtschaft, verdiente sich nebenbei als Pizza-Kurier seinen Unterhalt. Die Zeit in den Staaten bezeichnet er als sehr wichtig. Er habe „geistige Offenheit“ gelernt und was es bedeutet, allein zu leben, fern der Mutter, die kocht und bügelt. Eigentlich wäre er gerne in den USA geblieben, „aber es hat sich nicht ergeben. Heute bin ich dankbar dafür, wieder hier zu sein. Ich bin zurückgekehrt zu meinen Wurzeln.“ 

Zurück zu den Wurzeln
1997 zog er wieder nach Palästina und arbeitete  für eine Organisation, die Brunnen bohrte. „Wasser war ein wichtiges Thema, das Land war nach den Verträgen von Oslo voller Zuversicht und Elan.“ Doch die Hoffnung auf Frieden und einen eigenen Staat erfüllte sich nicht, auch das Brunnenprojekt dümpelte vor sich hin. 

Auf der Suche nach neuen Herausforderungen nahm Issa Bandak eine Stelle in einem Krankenhaus an. „Ich hatte keine Erfahrung als Manager im Gesundheitswesen, aber es gab eine besondere Energie. Im Studium ging es thematisch nur um Geld und Zahlen. Im Krankenhaus konnte ich etwas bewirken, konnte etwas für das Leben der Patientinnen und Patienten verändern“, so Bandak. Das faszinierte ihn so sehr, dass er sich in der Georgetown Universität in Washington für den Studiengang Krankenhausmanagement einschrieb. „Es war ein Wagnis, alles aufzugeben, weil ich inzwischen Familie hatte und sie mit nach Amerika kam.“ Aber Issa Bandak ist überzeugt, dass es die richtige Entscheidung war. „Heute habe ich als Direktor eines Kinderspitals viel Gestaltungsmöglichkeiten und Entscheidungsspielraum, ich kann positiv beeinflussen und nachhaltig etwas verändern.“

Trotz des anstrengenden Arbeitsalltags ist ihm ein aktives Familienleben sehr wichtig. Er verbringt viel Zeit mit seiner Frau Rula und den Kindern Jeries,  Yasmeen und Zeina. Arbeit und Familie gleichermassen gerecht zu werden, ist nicht immer einfach. Aber der einfache Weg hat Issa Bandak noch nie interessiert.

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