Vorsichtige Rückkehr zur Normalität

Vorsichtige Rückkehr zur Normalität


Bethlehem ist nun Coronavirus-frei, doch die Bewegungsfreiheit ist noch immer eingeschränkt. Eine Mitarbeiterin des Caritas Baby Hospital aus Jerusalem berichtet von ihrem umständlichen Weg zur Arbeit.

Elham Asfour, Mitarbeiterin in der Administration im Caritas Baby Hospital, freute sich, als sie nach fast zwei Monaten im Home-Office wieder an ihren Arbeitsort zurückkehren konnte. Die 58-jährige wohnt in Beit Safafa, einem Vorort Ostjerusalems.

„Es ist schön, wieder ins Spital fahren zu können“, erzählt Elham lachend. „Allerdings ist mein Arbeitsweg nun noch ermüdender: Schon vor Corona war die Kontrolle am israelischen Checkpoint auf dem Heimweg nach Jerusalem anstrengend. Aber jetzt werden wir zusätzlich bei der Einreise nach Bethlehem durch die palästinensischen Sicherheitskräfte angehalten und befragt“, berichtet sie. Der einige hundert Meter vom Caritas Baby Hospital entfernte Checkpoint 300, den die Mitarbeitenden aus Jerusalem üblicherweise überqueren, darf derzeit nur für die Ausreise nach Jerusalem passiert werden. Um nach Bethlehem zu gelangen, müssen hingegen lange Umwege über Vororte Bethlehems in Kauf genommen werden. So kann der Arbeitsweg statt 20 Minuten, schnell 45 oder 60 Minuten dauern.

Doch bald soll soll das Pendeln zwischen Jerusalem und dem Westjordanland allgemein wieder möglich sein, sofern es zu keinem neuen Anstieg der Coronavirus-Fälle kommt. Elham freut sich darauf: „Ich träume ja von einem Leben ganz ohne Checkpoints. Aber nun wird mein Arbeitsweg mit nur einem Checkpoint hoffentlich bald wieder etwas kürzer. Zudem können die Palästinenserinnen und Palästinenser aus Jerusalem in Bethlehem dann frisches Gemüse und Früchte kaufen, sodass die Wirtschaft in der Kleinstadt trotz dem ausbleibenden Tourismus nicht ganz zum Erliegen kommt.“

(Linda Bergauer, Bethlehem)

 

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