Einen kühlen Kopf bewahren in der Krise

Einen kühlen Kopf bewahren in der Krise


Während Bethlehem aufgrund des Corona Virus unter strikter Ausgangssperre steht, meistert das Personal des Caritas Baby Hospital den Krisenfall souverän.

Bis zum 25. März wurden im Westjordanland 60 bestätigte Fälle registriert. Mit 40 ist die Zahl der Betroffenen in Bethlehem besonders hoch – allerdings kamen seit dem 17. März in der Region Bethlehem keine neuen Fälle mehr dazu. Am 21. März wurden auch im Gaza-Streifen zwei Fälle gemeldet. Am 22. März ordnete der palästinensische Premierminister für das ganze Westjordanland eine Quarantäne an. Das bedeutet: Schulen und Geschäfte sind geschlossen. Der öffentliche Busverkehr wurde eingestellt, Taxis fahren nicht mehr. Einzig Apotheken, öffentliche Gesundheitseinrichtungen sowie Geschäfte, die Lebensmittel verkaufen, sind noch offen. Letztere sind bis 19 Uhr geöffnet.

Die Strassen Bethlehems sind menschenleer. Auch im Caritas Baby Hospital ist es ruhiger geworden. Seit dem Beginn der Pandemie ist die Bewegungsfreiheit der Menschen eingeschränkt und der Zugang zum Spital ist infolge des in Palästina ausgerufenen Notstandes ebenfalls beschränkt. Auf den Abteilungen befinden sich derzeit nur noch wenig Patienten mit schwerer Erkrankung. Wann immer möglich, werden Kinder zu Hause behandelt. Auf Anordnung des palästinensischen Gesundheitsministeriums, nimmt das Caritas Baby Hospital in der ambulanten Station nur noch Notfälle auf. Auch im Spital wurden Massnahmen ergriffen: so wird auf den ressourcen-schonenden Umgang mit den knappen Schutzmaterialien geachtet. Dazu gehört auch das Fiebermessen aller im Spital Ankommenden (Kinder, Eltern und Mitarbeitende) oder das strikte Durchsetzen des «social distancing» im und ums Krankenhaus.

Das Labor des Caritas Baby Hospitals nimmt seit dem 14. März für das palästinensische Gesundheitsministerium Coronavirus Diagnosetests für die Verwaltungsregion Bethlehem vor. 487 Tests wurden bis am 25. März bereits durchgeführt, täglich kommen neue dazu. Einige Proben kamen dabei auch aus der weiter südlich liegenden Stadt Hebron. In den palästinensischen Medien wurden das Caritas Baby Hospital sowie dessen Testsysteme und die involvierten Labormitarbeiter hochgelobt. «Die Durchführung dieser Tests ist hochsensibel und mit einer grossen Verantwortung verbunden. Wir sind stolz darauf, dass das Gesundheitsministerium uns das Vertrauen schenkt und die Regierung basierend auf unseren Testresultaten über die weitere Vorgehensweise in der Krise entscheiden kann», stellt Spitaldirektor Issa Bandak fest.

Linda Bergauer, Bethlehem (25. März 2020)

 

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