Dank dem Caritas Baby Hospital kann Ella nun die Welt entdecken

Dank dem Caritas Baby Hospital kann Ella nun die Welt entdecken


Die Welt ist voller Eindrücke, die über viele Sinne entdeckt werden wollen. Manche Kinder müssen erst lernen, mit dieser Herausforderung umzugehen.

Die acht Monate alte Ella aus Beit Sahour, einem Vorort Bethlehems, rollt kichernd auf dem Boden des Physiotherapiezimmers des Caritas Baby Hospitals herum. Sie greift nach Spielzeugen und deutet aufgeregt auf verschiedene Objekte im Raum. „Ein rundum gesundes Baby“, stellt die Ergotherapeutin Victoria Zaatreh zufrieden fest.

Als die besorgte Mutter vor einigen Wochen zum ersten Mal mit ihrem Töchterchen ins Spital kam, hätte sie sich das nie vorstellen können: Das Kind weinte stundenlang, wollte nicht berührt werden, schlief kaum und fürchtete sich vor Bewegung. Nach zahlreichen ergebnislosen medizinischen Untersuchungen bei verschiedenen Ärzten, kam die Mutter auf Anraten ihres Hausarztes ins Caritas Baby Hospital.

Die Ergotherapeutin Victoria Zaatreh diagnostizierte bei dem Kleinkind eine gestörte Wahrnehmungsverarbeitung. Das Gehirn betroffener Kinder hat Schwierigkeiten, Informationen, die ihm über die Sinne zugespielt werden, zu empfangen und richtig darauf zu reagieren. Berührungen oder Geräusche können für sie schmerzhaft und überfordernd sein. „Ellas Gehirn erklärte ihr die Sinne, die sie wahrnahm nicht richtig“, erläutert Victoria Zaatreh. Wird die Erkrankung nicht richtig diagnostiziert, entwickeln Kinder oftmals Gehschwierigkeiten und Lernstörungen. Wird die Störung früh entdeckt, kann sie relativ einfach therapiert werden.

Victoria Zaatreh erarbeitete eine sogenannte „sensorische Diät“ für das Mädchen: Diese hatte nichts mit Essen zu tun, sondern stellte einen sorgfältig entworfenen individuellen Plan physischer Aktivitäten dar. Dieser sollte Ella die notwendige Dosis an sensorischen Inputs geben, die sie brauchte, um richtig auf ihre Umgebung zu reagieren. Die Mutter hat die Übungen zu Hause durchgeführt: Während zwei Wochen gab sie dem Mädchen zudem rhythmische Massagen und warme Bäder, legte eine schwere Decke auf die Kleine, um das Wohlbefinden im Mutterleib nachzustellen und liess beruhigende Musik laufen. Das half, das überstimulierte Gehirn von Ella zu beruhigen und die Verarbeitung der Impulse zu optimieren. „Nach zwei Wochen war meine Tochter wie neu geboren. Sie bewegt sich, spielt, lacht, lässt sich halten und schläft bestens“, freut sich Ellas Mutter. Die Ergotherapeutin ergänzt: „Der grösste Erfolg ist, dass Ella gelernt hat, sich selbst zu beruhigen. Sie kann die Welt nun ohne Furcht entdecken.“ (lbe)

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