Am seidenen Faden

Am seidenen Faden


Vor ziemlich genau einem Jahr wurde im Rahmen der neuen Strategie die Intensivstation um zwei pädiatrische Betten erweitert. Dank der professionellen Behandlung konnten dort schon viele Leben gerettet werden. Auch das von Fatmeh.

Sie leidet wie zwei ihrer fünf Geschwister an der unheilbaren Stoffwechselerkrankung Cystische Fibrose (CF). Seit ihrer Geburt werden die drei im Caritas Baby Hospital betreut. Mehrmals im Jahr kommen sie zu ambulanten Routineuntersuchungen oder müssen stationär aufgenommen werden.

Sorge um Fatmehs Zustand
Fatmehs Gesundheitszustand gibt am meisten Grund zur Sorge. Sie ist sehr dünn, hat wenig Kraft und ist oft schwach und müde. Die Schule musste die 15-Jährige daher bereits vor einem Jahr verlassen. Damit hadert sie, denn Fatmeh ist wissbegierg und klug.

Vor wenigen Wochen verschlechterte sich ihr Zustand akut so sehr, dass sie notfallmässig ins Spital eingeliefert werden musste. Sie halluzinierte, bekam kaum Luft, konnte 
nichts essen und trinken. Auf der Intensivstation wurde sie künstlich beatmet. Rund um die Uhr waren nahe Verwandte bei ihr, immer in Sorge, dass sie stirbt. Die Eltern 
und Angehörigen bangten und beteten. Fatmehs Familie war bereit zum Abschied – nur sie selbst nicht. Etwa eine Woche nach der Behandlung auf der Intensivstation zog sie 
sich selbst – noch sediert von der schweren Medikation – den Beatmungsschlauch und atmete eigenständig. Für Eltern, Geschwister und die Verwandten ein Wunder. Für 
das Personal des Caritas Baby Hospital die Bestätigung, bei der Behandlung alles richtig gemacht zu haben.

Inzwischen wurde Fatmeh nach Hause entlassen, doch die Sozialarbeiterinnen stehen in engem Kontakt mit der Familie und besuchen Fatmeh und ihre Geschwister regelmässig. Die Mitarbeitenden des Caritas Baby Hospital können sich so ein Bild machen, ob alles vorhanden ist, was die Eltern zur Betreuung der drei CF-kranken Kinder brauchen. Die 15-Jährige weiss, dass ihr Leben am seidenen Faden hing. Zum Dank für die gute Betreuung hat Fatmeh Bilder für alle Spitalmitarbeitenden gemalt, die dazu beigetragen haben, dass sie lebt. Ein wertvolles Geschenk – denn alle wissen, es wird eines Tages eine tröstliche Erinnerung sein.

 

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