Blickpunkt Bethlehem, Nr. 54 - Alle lieben George

Blickpunkt Bethlehem, Nr. 54 - Alle lieben George


Abenteuerliche Anfahrt zum Spital.

Durch eine chronische Erkrankung ist das Immunsystem von George dauerhaft geschwächt. Das Corona-Virus ist für ihn eine besondere Gefahr. Trotzdem muss er regelmässig das Haus verlassen, denn eine Unterbrechung der Behandlung würde für ihn Lebensgefahr bedeuten.

Seit seiner Geburt wird George im Caritas Baby Hospital betreut. Vielen der Leserinnen und Leser mag er schon in einem Artikel oder auf Fotos der Kinderhilfe Bethlehem begegnet sein. Er leidet an einer besonders schweren Form der Erbkrankheit Morbus Hirschsprung. Dem 11-Jährigen musste nach seiner Geburt der gesamte Dickdarm entfernt werden. Er hat oft Schmerzen, ihm fehlen lebensnotwendige Nährstoffe, Vitamine und Enzyme.

 

Die Polizei stoppt alle 
Das Corona-Virus macht ihm Angst - und es ärgert ihn. Wegen der Ausgangssperre kann er nicht in die Schule, ein letztes kleines Stückchen Normalität, das seine Krankheit ihm noch lässt. Er darf seine Grossmutter nicht besuchen, die so gut kocht. Er kann nicht in die Kirche, was der gläubige Junge sonst regelmässig macht, um Kerzen anzuzünden. Einzige Ausnahme im langweiligen Corona-Alltag ist die Behandlung im Caritas Baby Hospital. «Ich lebe im Vorort Beit Sahour. Unterwegs nach Bethlehem hat uns die Polizei mehrfach angehalten», berichtet der Junge. Mit der Bescheinigung des Caritas Baby Hospital, dass er dringend medizinisch 
versorgt werden muss, konnten sie passieren.

Auch im Spital sind die Abläufe anders als sonst. Am Eingang wird Fieber gemessen und natürlich müssen alle Mundschutz tragen. Das alles findet George nicht so schlimm, solange seine liebsten Pflegerinnen und Pfleger ihn betreuen. Während George seine Infusionen erhält, geht seine Mutter Riham zur Sozialarbeiterin, tauscht sich mit ihr aus. Eigentlich gibt es nur ein Gesprächsthema: Corona und die Folgen. Riham sorgt sich, weil ihr Mann seit Wochen keine Möglichkeit hat, als Maurer Geld zu verdienen und sie von ihrem Halbtagsgehalt als Sekretärin in einer Schule leben müssen. Deswegen ist sie besonders dankbar, dass sie in der spitaleigenen Apotheke die Medikamente für George erhält, ohne dafür bezahlen zu müssen.

 

Ein bisschen mehr Normalität 
Nicht alle Familien, die chronisch kranke Kinder haben, konnten die Medikamente im Spital selbst abholen. Oft war die Anfahrt zu mühsam oder gar unmöglich, besonders 
als strenge Ausgangsbeschränkungen galten. Um die eingeschlagene Therapie auch im Ausnahmezustand sicherzustellen, brachte ein Fahrer des Spitals Tabletten 
und medizinisches Verbrauchsmaterial in dringenden Fällen bis nach Hause zu den Patientinnen und Patienten. Inzwischen haben sich die Zustände in Bethlehem und 
der Region ein wenig gebessert, doch die wirtschaftlichen Auswirkungen belasten nicht nur George und seine Familie weiterhin. Auch bei diesen Sorgen finden sie im Caritas Baby Hospital immer ein offenes Ohr.

Mindestens 2 Mal im Monat kommt George mit seiner Mutter zur Behandlung ins Caritas Baby Hospital.

Über einen kleinen Schlauch in der Nase erhält George künstliche Nahrung.

Seine jüngere Schwester Sidra ist schon mindestens einen Kopf grösser als George.

Manchmal begleitet Sidra ihre Bruder ins Spital. Zum Zeitvertreib hört er ihr Herz ab.

Im Spieleparadies ausserhalb von Bethlehem ist George glücklich.

Auf dem Balkon der elterlichen Wohnung in Beit Sahour bei Bethlehem.

Oft versinkt George in Gedanken und Tagträumen.

An seinem 10. Geburtstag gab es eine grosse Party daheim.

Weihnachten ist für George wichtige – auch weil dann sein Geburtstag nicht mehr fern ist.

Auch wenn es ihn anstrengt: George steht gerne im Zentrum des Geschehens.

Selbst das Fernsehteam eines deutschen Senders vermag George locker zu unterhalten.

Wenn Schwester Eman Dienst hat, ist George glücklich.

Zwar ist er deutlich kleiner als seine Klassenkameradinnen und Kameraden: aber im Rechnen und Lesen mit ihm so schnell niemand was vor.

Als kleiner Junge bekam George wöchentlich im Caritas Baby Hospital das Enzym Humanalbumin und besondere Vitamine verabreicht.

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