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Schwieriger Start ins Leben

Vor genau einem Jahr konnten Riham (25) und ihr Mann Lari (35) das Weihnachtsfest kaum erwarten. Der 24. Dezember 2008 war der errechnete Geburtstermin für ihren ersten Sohn. Doch George liess seine Eltern noch einige Tage über das Weihnachtsfest hinaus warten. Am 4. Januar kam er endlich zur Welt. Das Glück der jungen Familie aus Bethlehem schien perfekt. Doch in diesem Jahr blicken Riham und Lari voller Sorge auf das Weihnachtsfest. In den nächsten Wochen entscheidet sich, ob es eine Operation für George geben kann, die ihm ein annähernd normales Leben ermöglicht.

«Wir beten zu Gott, dass unser Sohn aufwachsen darf, wie alle anderen Kinder auch», sagt Riham, als sie mit Oberarzt Dr. Jamal Shamma spricht. Er hatte George aufgenommen, als er nur zwei Tage nach seiner Geburt ins Caritas Baby Hospital kam. Dr. Shammas erste Diagnose hat sich leider bestätigt: George leidet unter der Hirschsprungkrankheit. Nervenzellen im Darm sind so geschädigt, dass der Darm nicht funktioniert. Der Krankheitsverlauf ist schmerzhaft und George droht sich selbst zu vergiften, wenn der Darm nicht regelmässig entleert wird. Zwei Operationen blieben erfolglos, denn die Ärzte mussten feststellen, dass George unter einer seltenen Ausprägung leidet: Der Darm enthält überhaupt keine Nerven, die sich aktivieren lassen.

Darum diskutiert Dr. Shamma jetzt mit Kollegen aus der irsraelischen Hadassah-Klinik, wie es weitergehen kann. Riham hat in der Zwischenzeit gelernt, die täglichen Darmspülungen bei ihrem Sohn selbst zu übernehmen. Sie opfert sich auf und hat sich von ihrer Arbeit als Sekretärin freistellen lassen. Jetzt lebt die Familie von rund 500 Dollar im Monat, die der Vater als Tagelöhner auf Baustellen verdient. Die bisherigen Operationskosten von mehr als 12 000 Dollar hätten sie niemals selbst zahlen können. Die Kinderhilfe Bethlehem hat – wie bei so vielen anderen bedürftigen Patienten auch – die Kosten übernommen.

Auf der Neugeborenen-Station, ein Stockwerk über George, liegt Tolin. Sie ist erst zwei Wochen alt. Während der Zustand des kleinen Mädchens stabil ist, bereitet den Ärzten und Mütterberaterinnen diesmal der Zustand der Mutter grosse Sorge. Schon direkt nach der Geburt stellten die Kinderärzte fest, dass Tolin unter dem Down-Syndrom leidet. Für Nisreen (25) brach eine Welt zusammen, denn eine Behinderung gilt in Palästina immer noch als Schande. Nichts hatte während der Schwangerschaft auf diese Erkrankung hingedeutet. Nisreen erlitt einen Zusammenbruch. Jetzt verweigert sie sich ihrer Tochter.

«Es schmerzt uns alle, wenn wir sehen, wie der Vater allein ins Caritas Baby Hospital kommt, um bei seiner Tochter zu sein», sagt Chefärztin Dr. Hiyam Marzouqa. Sie weiss, dass vor der Familie noch ein schwieriger Weg liegt. «Wir müssen die Mutter wachrütteln und ihr zeigen, dass sie nicht allein ist», erklärt Dr. Marzouqa weiter. Die Sozialarbeiterin wird sich um Nisreen kümmern und ihr psychologische Hilfe geben. Die Physiotherapeutin steht bereit, um mit Tolin zu arbeiten. Doch heute liegt das Mädchen die meiste Zeit allein in ihrem Bett. Bis sie entlassen werden kann, sorgen sich die Krankenschwestern mit besonderer Liebe um diese kleine Patientin.

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Kinderhilfe Bethlehem, info@khb-mail.ch, Tel. +41 41 429 00 00, Spendenkonten

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