«Die herkömmliche Katastrophenhilfe allein wird im Gaza-Streifen nicht ausreichen», erklärt Anna Beck, Geschäftsleiterin der Kinderhilfe Bethlehem. Gemeinsam mit lokalen Grassroot-Projekten und anderen, langjährig in der Region tätigen Hilfswerken knüpft die Kinderhilfe Bethlehem schon seit Beginn der Kämpfe ein Netzwerk der Hilfe. Diese Form der neuen Zusammenarbeit schafft die Flexibilität, die in einer schwierigen und unübersichtlichen Lage wie im Gaza-Streifen nötig ist. Der Konflikt mit seinen geografischen, machtpolitischen und religiösen Aspekten sowie einer Vielzahl von Akteuren, wird jede klassische Katastrophenhilfe erschweren. Sie muss mit lokal verbundenen Partnern koordiniert werden, ist die Kinderhilfe Bethlehem überzeugt. Erste Aktionen sind bereits erfolgreich gestartet.
Teil dieses Netzes sind Europäer, Palästinenser und Israelis. Ein erstes Ergebnis dieser Zusammenarbeit sind Lieferungen medizinischen Materials von «Medico International», das in den mobilen Kliniken der «Palestinian Medical Relief Society» im Gaza-Streifen eingesetzt wird. Die Kinderhilfe Bethlehem hat Gelder aus ihrem Katastrophen-Rahmenkredit für diese Massnahme freigegeben. Später sollen Programme für traumatisierte Kinder ausgebaut werden.
Ohne den beherzten Einsatz von einzelnen israelischen Menschen und Organisationen würde jede Aktion spätestens am Erez-Grenzposten scheitern. «Die grundsätzliche Achtung vor dem Mitmenschen, die Suche nach Gerechtigkeit im gegenseitigen Umgang und Schutz der Schwachen, lassen uns am gleichen Strang ziehen», erklärt Barbara Schmid-Federer, Vize-Präsidentin der Kinderhilfe Bethlehem.
Auch die Mitarbeiter des Caritas Baby Hospitals wirken mit. «Weil wir als Palästinenser realistischerweise nicht in den Gaza-Streifen gelangen werden, stellen wir uns auf jede erdenkliche Hilfe ein, die wir von Bethlehem aus leisten können», erklärt Chefärztin Dr. Hiyam Marzouqa. So werden beispielsweise Vorbereitungen getroffen, um Kinder aus dem Gaza-Streifen auch in Bethlehem zu behandeln – sofern ein Transportweg geöffnet wird.
Damit die Hilfen für Gaza weitergeführt und traumatisierte Kinder später ausreichend betreut werden können, ist die Kinderhilfe Bethlehem auf Spenden angewiesen.