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Filmtipp: «Amerrika» – Abgereist, doch nie angekommen

Über die Situation in Palästina berichtet das Fernsehen vor allem dann, wenn es Tote gibt oder Politiker neue (Hiobs-)Botschaften verkünden. Wie die Menschen in diesem seit sechzig Jahren besetzten Land leben, darüber vernimmt man in den aktuellen Medien nur wenig. Spielfilme können diese Lücke füllen und die Befindlichkeit der Menschen in diesem Land erlebbar machen. Der Spielfilm «Amerrika» von Cherien Dabis erzählt die Geschichte einer Mutter und ihres Sohnes, die das Glück haben auszuwandern.

Aus der besetzten Westbank direkt ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten! Das gibt es nicht alle Tage. Als Muna, eine unternehmungsfreudige Mutter, und ihr Sohn Fadi dem US-amerikanischen Zollbeamten gegenüber stehen, können sie ihre Vorfreude kaum zügeln. Die Greencard bedeutet für sie das Ende ihres durch Schikanen und Entbehrungen gekennzeichneten Lebens in Palästina und verheisst eine goldene Zukunft. Aber erfüllen sich ihre Träume auch wirklich? Schon Munas Jobsuche erweist sich als Herausforderung, trotz tatkräftiger Unterstützung durch ihre Schwester Raghda und ihrer Familie, bei der die beiden vorerst unterkommen. Der amerikanische Traum beginnt sich selbst für die lebenslustige Frau in Nichts aufzulösen. Und Fadi muss schmerzhaft lernen, sich im sozialen Minenfeld einer Vortadt-Highschool zu bewegen.

In «Amerrika» geht es um das Suchen einer neuen Heimat. In Palästina herrscht praktisch keine Hoffnung auf eine Zukunft. Angesichts der täglichen Erniedrigungen, Militärpräsenz, Aggressionen, Strassensperren und bürokratischen Hürden bleibt nur der Wunsch, auszuwandern.
Der Titel, eine ironische Referenz an das Sprachgemisch aus Arabisch und Englisch, das in Palästina gesprochen wird, bedeutet Konfrontation, Fusion und Konfusion. Auf zuweilen kuriose, manchmal schmerzhafte, meist unterhaltsame Weise erleben die beiden Protagonisten, dass das Leben auch in «Amerrika» kein Zuckerschlecken ist.

«Amerrika» ist ab dem 10. Dezember in den Kinos.

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